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Wildbienen am 12.6.2010

Was sind eigentlich Wildbienen?
Wie unterscheiden sie sich von Wespen und Hummeln? Warum machen sie keinen Honig?
 

mit Dr. A. Sabine Schröder-Gravendyck (NABU-zertifizierte Wildbienenexpertin)

und Sacha Sohn (Dipl. Landespflegerin)

Am 12.6.2010 vom 10h - ca 14 Uhr   

Ausgleich €35,- (ermäßigt €25,-)inkl Mittagsimbiss und Getränke


 

Wildbienen

 

Als Wildbienen bezeichnet man rund 550 einheimische Bienenarten, die im Gegensatz zur Honigbiene nicht in Staaten leben. Auch die Hummeln gehören zu den Wildbienen.

Alle Wildbienen haben zwei Paar durchsichtige Flügel, eine „Wespentaille“ und drei Beinpaare. Dieser Grundbauplan ist bei den einzelnen Arten vielfältig variiert.

 

Einsiedler-Staatenbildner-„Kuckucke“

 

Die meisten Wildbienen sind einzeln lebende Tiere und werden deshalb auch als Einsiedler- oder Solitärbienen bezeichnet. Die Tiere sind von Frühjahr bis Herbst zu beobachten. Die ersten Arten schlüpfen ab etwa Ende Februar aus den Brutröhren. Bei den Wildbienen schlüpfen immer die Männchen zuerst. Sie warten nahe den Nistplätzen oder an so genannten „Rendez-vous-Plätzen“ auf die später schlüpfenden Weibchen. Nach der Paarung legen die Weibchen neue Brutröhren mit einzelnen Brutkammern an. In jeder Brutkammer wird ein Gemisch aus Pollen und Nektar deponiert, das als Pollenkuchen oder Bienenbrot bezeichnet wird. Anschließend wird auf den Futtervorrat ein Ei gelegt, bevor die Kammer geschlossen und eine weitere Brutzelle angelegt wird. In der Brutzelle entwickelt sich die Larve, die in der Regel im darauf folgenden Jahr als fertiges Insekt schlüpft.

 

Einige Wildbienenarten sind im Laufe der Zeit von der ursprünglichen Lebensweise abgewichen. Sie werden als „Kuckucksbienen“ bezeichnet und fliegen die potentiellen Nistbereiche anderer Wildbienen ab, um ihre Eier in unbemerkten Momenten in bereits angelegte Brutzellen abzulegen.

 

Wenige Arten leben in kleinen oder größeren Gemeinschaften, teils auch mit einer Königin.

Es sind alle Übergänge von der solitären zur sozialen Lebensweise zu finden.

 

Bienennester findet man - von Art zu Art verschieden - u.a. in abgestorbenem Holz, in dürren Pflanzenstängeln oder in leeren Schneckenhäusern. Fast drei Viertel aller Arten nisten in Lehm, Sand und Erde.

 

Unverzichtbare Bestäuber

 

Alle Wildbienen sind intensive Blütenbesucher: sie ernähren sich nicht nur als erwachsene Insekten von Pollen und Nektar, diese Blütenprodukte werden von den Nest bauenden Arten auch zur Versorgung ihrer Brut ausgiebig gesammelt. Deshalb sind viel mehr Blütenbesuche als zur Eigenversorgung nötig. Gerade das macht Wildbienen im Vergleich zu anderen Blüten besuchenden Insekten zu besonders effizienten Bestäubern nicht nur von Wildkräutern, sondern auch von Obstbäumen, Beerensträuchern und Feldfrüchten.

 

Im Seminar

 

besuchen wir die Wildbienen auf dem Hilshof. Dort gibt es vielfältige Nistmöglichkeiten und ein breites Nahrungsangebot, so dass wir bei gutem Wetter viele verschiedene Arten beobachten können. Wir erfahren, was es mit der „Bestäubung“ auf sich hat und welcher Zusammenhang zwischen Bienenrüsseln und Blütenform besteht. Der Staub der Blüten ist ein ganz besonderer: Vollwerternährug für Bienenkinder, wohlverpackte genetische Information und auf tausend und eine Art schön. Die Wildbienen haben faszinierende Überlebensstrategien entwickelt. Wir begleiten sie vom Ei bis zur fertigen Biene und bekommen Einblicke in die fantasievollsten Kinderzimmer.

Komplex und oft verborgen sind unsere Verbindungen zu den Wilden Bienen, wir werden sie entwirren. Mit einer selbst gebauten Nisthilfe in der Hand werden wir nach Hause gehen und wissen, wie wir die Bienen zu uns einladen können.