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Wildbienen am 12.6.2010
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- Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 14. März 2012 16:01
Was sind eigentlich Wildbienen?
Wie unterscheiden sie sich von Wespen und Hummeln? Warum machen sie keinen Honig?
mit Dr. A. Sabine Schröder-Gravendyck (NABU-zertifizierte Wildbienenexpertin)
und Sacha Sohn (Dipl. Landespflegerin)
Am 12.6.2010 vom 10h - ca 14 Uhr
Ausgleich 35,- (ermäßigt 25,-)inkl Mittagsimbiss und Getränke
Wildbienen
Als Wildbienen bezeichnet man rund 550 einheimische
Bienenarten, die im Gegensatz zur Honigbiene nicht in Staaten leben. Auch die
Hummeln gehören zu den Wildbienen.
Alle Wildbienen haben zwei Paar durchsichtige Flügel, eine
Wespentaille und drei Beinpaare. Dieser Grundbauplan ist bei den einzelnen
Arten vielfältig variiert.
Einsiedler-Staatenbildner-Kuckucke
Die meisten Wildbienen sind einzeln lebende Tiere und werden
deshalb auch als Einsiedler- oder Solitärbienen bezeichnet. Die Tiere sind von
Frühjahr bis Herbst zu beobachten. Die ersten Arten schlüpfen ab etwa Ende
Februar aus den Brutröhren. Bei den Wildbienen schlüpfen immer die Männchen
zuerst. Sie warten nahe den Nistplätzen oder an so genannten
Rendez-vous-Plätzen auf die später schlüpfenden Weibchen. Nach der Paarung
legen die Weibchen neue Brutröhren mit einzelnen Brutkammern an. In jeder
Brutkammer wird ein Gemisch aus Pollen und Nektar deponiert, das als
Pollenkuchen oder Bienenbrot bezeichnet wird. Anschließend wird auf den Futtervorrat
ein Ei gelegt, bevor die Kammer geschlossen und eine weitere Brutzelle angelegt
wird. In der Brutzelle entwickelt sich die Larve, die in der Regel im darauf
folgenden Jahr als fertiges Insekt schlüpft.
Einige Wildbienenarten sind im Laufe der Zeit von der
ursprünglichen Lebensweise abgewichen. Sie werden als Kuckucksbienen
bezeichnet und fliegen die potentiellen Nistbereiche anderer Wildbienen ab, um
ihre Eier in unbemerkten Momenten in bereits angelegte Brutzellen abzulegen.
Wenige Arten leben
in kleinen oder größeren Gemeinschaften, teils auch mit einer Königin.
Es sind alle Übergänge von der solitären zur sozialen
Lebensweise zu finden.
Bienennester findet man - von Art zu Art verschieden - u.a.
in abgestorbenem Holz, in dürren Pflanzenstängeln oder in leeren
Schneckenhäusern. Fast drei Viertel aller Arten nisten in Lehm, Sand und Erde.
Unverzichtbare Bestäuber
Alle Wildbienen sind intensive Blütenbesucher: sie ernähren
sich nicht nur als erwachsene Insekten von Pollen und Nektar, diese
Blütenprodukte werden von den Nest bauenden Arten auch zur Versorgung ihrer
Brut ausgiebig gesammelt. Deshalb sind viel mehr Blütenbesuche als zur
Eigenversorgung nötig. Gerade das macht Wildbienen im Vergleich zu anderen
Blüten besuchenden Insekten zu besonders effizienten Bestäubern nicht nur von
Wildkräutern, sondern auch von Obstbäumen, Beerensträuchern und Feldfrüchten.
Im Seminar
besuchen wir die Wildbienen auf dem Hilshof. Dort gibt es
vielfältige Nistmöglichkeiten und ein breites Nahrungsangebot, so dass wir bei
gutem Wetter viele verschiedene Arten beobachten können. Wir erfahren, was es
mit der Bestäubung auf sich hat und welcher Zusammenhang zwischen
Bienenrüsseln und Blütenform besteht. Der Staub der Blüten ist ein ganz
besonderer: Vollwerternährug für Bienenkinder, wohlverpackte genetische
Information und auf tausend und eine Art schön. Die Wildbienen haben
faszinierende Überlebensstrategien entwickelt. Wir begleiten sie vom Ei bis zur
fertigen Biene und bekommen Einblicke in die fantasievollsten Kinderzimmer.
Komplex und oft verborgen sind unsere Verbindungen zu den
Wilden Bienen, wir werden sie entwirren. Mit einer selbst gebauten Nisthilfe in
der Hand werden wir nach Hause gehen und wissen, wie wir die Bienen zu uns
einladen können.

